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Swayambhu und Boudhanath स्वयम्भू und बौद्धनाथ (Nepal) | ||
Aufstieg zum Stupa von Swayambhunath.
Vor dem Stupa kann man einen goldenen Vajra bewundern
Der Swayambhunath-
heute berichte ich Dir von ein paar weiteren Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Kathmandu. Hier gibt es nämlich auch einige Tempel und Schreine, die zum tibetischen Kulturkreis gehoren; das hat seinen Grund darin, daß einerseits das Kathmandu-
Das wahrscheinlich bekannteste tibetische Heiligtum ist der Komplex von Swayambhunath. Nach nur einer halben Stunde Fußmarsch von Thamel erreicht man einen steilen Hügel, der von einem schneeweißen Stupa und mehreren Tempeln gekrönt wird. Als Stupa bezeichnet man jene halbkugel- bis glockenförmigen Bauwerke, die das erleuchtete Bewußtsein des Buddha symbolisieren und die in ihrer nepalischen Ausführung stets mit vier Gesichtern in den vier Himmelsrichtungen geschmückt sind: Die wachsamen Augen des Buddha blicken in die Landschaft, und seine Nase (geformt wie das nepalische Ziffernzeichen für Eins) steht für die Einheit allen Seins.
Von links nach rechts: Avalokiteshvara, Buddha Shakyamuni und Padmasambhava.
Auf der Ostseite des Hügels führt eine steile Treppe empor, bis man die Plattform erreicht, in deren Mitte der Stupa glänzt (oder zumindest bei besserem Wetter glänzen würde). Während man den Stupa im Uhrzeigersinn umrundet, passiert man einige Tempel, zwei Klöster und eine riesige Anzahl von Souveniershops, die sich vor allem auf tibetische Klangschalen spezialisiert haben. Diese Bronzegefäße klingen beim Anschlagen hell wie Glocken, und ihr wohltuender Ton soll nach tibetischer Vorstellung Körper und Seele heilen (die heilsame Wirkung auf die Geldbörsen der Souvenierhändler ist unbestritten).
Der Abstieg an der Westseite von Swayambhu führt zu einer richtigen tibetischen Enklave mit vielen neuen Klöstern und auch einem Figurenpark mit drei monumentalen, goldglänzenden Statuen, deren Farbenpracht grenzwertig kitschig wirkt. In der Mitte thront Buddha Shakyamuni, der historische Buddha, in seiner schlichten Ikonographie. Ihm zur Rechten sitzt der vierarmige Avalokiteshvara, der auf Tibetisch Chenrezig genannt wird und von dem der Dalai Lama eine Inkarnation sein soll, und zur Linken erkennt man an dem Dreizack und den starr aufgerissenen Augen Padmasambhava (oder Guru Rinpoche, wie ihn die Tibeter nennen), jenen indischen Mönch, der den Buddhismus nach Tibet gebracht hat.
Der Stupa von Bouddha ist der größte in Nepal
Die wachsamen Augen des Buddha
Das Dorf Boudha
Beschaulicher und richtig meditativ geht es dagegen in Boudha zu, einer kleinen Ortschaft
Trotz der vielen Restaurants und Souveniershops ist die Atmosphäre rund um den Bauddhanath-
Das Sanskrit-
Buddha-Statue im Tsamchen-Kloster
Wandbemalung im Tamang-Kloster
Meditationsraum im Tamang-Kloster
Der Besuch eines tibetischen Klosters ist für mich immer ein Erlebnis. Im Herzen liegt ein Meditationsraum voller niedriger Bänke, auf denen die Mönche mehrmals täglich Platz nehmen, um gemeinsam heilige Sutras zu rezitieren und sich in ihr eigens monotones Murmeln zu versenken. Vielstimmig wie ein gregorianischer Choral ertönt die Rezitation, und der Tourist nimmt am Rande Platz, um zu lauschen und (falls angeboten) ein Glas Buttertee zu schlürfen; in keiner anderen Religion habe ich jemals eine Zeremonie erlebt, die auf mich einen ähnlichen Eindruck wie eine buddhistische Puja gemacht hätte.
Wenn der Meditationsraum leer ist, kann man auch umhergehen und photographieren. Die bemalten Wände zeigen Buddhafiguren, an der Frontseite findet man Statuen von Buddhas oder auch von vergangenen Lamas des entsprechenden Klosters, und überall hängen Thangkas, das sind Gemälde, die nach einer strengen Ikonograpie den gedanklichen Weg zur Buddhaschaft zeichnen und die als Meditationshilfe dienen. Ein Thangka ist gewissermaßen eine Landkarte oder ein Grundriß, den man durch Meditation dreidimensional ausbauen muß, um den Weg ins Zentrum der Darstellung zu finden, wo (vielleicht) das erleuchtete Bewußtsein wartet.
Passend wäre es jetzt, über die tibetische Küche zu plaudern, so wie sie in Nepal gepflegt wird, aber ehrlich gesagt gibt es da gar nicht so viel zu berichten. Jedenfalls war die tibetische Küche in Dharamsala abwechslungsreicher als hier.
Halbmondförmige Momos
Runde Momos
Natürlich bekommt man in Kathmandu an jeder Straßenecke Momos angeboten, jene halbmondförmigen oder rundlichen gefüllten Nudeln, die ich bereits vor Monaten aus Dharamsala beschrieben habe. Sie sind hier mit Büffelfleisch oder einer Gemüsemischung gefüllt und werden fast immer gedämpft, in Kathmandu gelegentlich auch frittiert. Dazu reicht man manchmal eine Chili-Sauce, meist salzige Industrieware, manchmal aber auch eine Art Gemüsecrèmesuppe, genauer gesagt einen dünnflüssigen und pürierten Curry aus Gemüse und Linsen. Der ist mit viel Curcuma und Kreuzkümmel und manchmal auch Sichuanpfeffer gewürzt und schmeckt ganz interessant. Absolut spektakulär waren die Momos mit einer hausgemachten Chilisauce aus rohem Akhabare Khorsani, einer extrem scharfen Sorte mit elegantem blütenduftartigem Aroma. Da kommen Erinnerungen an die Salsa Habanero auf, die ich vor unglaublich langer Zeit mal in den USA gekauft hatte und die über Jahre hinweg das Schärfste war, was ich im Haus hatte.
Sha Palep
Thukpa
Auch bei den tibetischen Suppen, egal ob mit Momos, Bandnudeln oder Flachnudeln, gibt es erhebliche Unterschiede. Gewöhnlich ist die Suppe eine klare und recht dünne Fleischbrühe mit Gemüse- und Fleischeinlage; allerdings bereiten viele Nepalesen diese Suppen herzhafter zu und schmoren noch ein paar Gewürze (Zwiebel, Knoblauch, Kreuzkümmel, Curcuma) in Fett an. Das gibt der Sache mehr Geschmack und mehr Körper, läßt sie aber auch eher wie einen Curry als wie eine Suppe schmecken. Eine ähnliche Technik, angebratene Gewürze mit Brühe abzulöschen und daraus Suppe zu bereiten, habe ich auch in Indonesien (bei der Hühnersuppe Soto Ayam) kennengelernt.
Andere tibetische Speisen jenseits des Momo-und-
Und das ist jetzt das vorläufige Ende aus dem Kathmandu-Tal — vorläufig, weil ich für mein Indien-Visum wahrscheinlich noch einmal zurückkommen muß (oder, kulinarisch gesehen, darf). Nächstes Mal melde ich mich dann aus Bandipur, einem kleinen historischen Newar-Städchen.
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