Diese Seiten lesen Sie besser mit eingeschaltetem JavaScript!

[ Pflanzenteil | Familie | Aroma | Chemie | Herkunft | Etymologie | Diskussion | Bottom ]

Indisches Lorbeerblatt (Cinnamomum tamala [Buch.-Ham.] Nees et Eberm.)

Synonyme

botanischCinnamomum tejpata
AltgriechischΜαλαβάθρον
Malabathron
Bengaliতেজপাত
Tejpat
Bodoथेफात
Thefat
BurmesischThitchabo
Chinesisch
(Mandarin)
柴桂 [chái guì]
Chai gui
DänischIndisk Laurbærblad
DeutschMutterzimt
Dogriतेजपत
Tejpat
EstnischMalabari
EnglischIndian bay-leaf
EsperantoHinda cinamomo
FinnischKanelilaakeri
FranzösischLaurier des Indes
Gujaratiતમાલ પત્ર
Tamal patr
Hindiतेज पत्ता, तेजपत
Tej-patta, Tejpat
Japanischタマラニッケイ, テジパット
Tamara-nikkei, Tezipatto
KannadaPatraka
Kashmiriتیج پتہ
Tej Pata
KhasiLatyrpad
LateinischMalabathrum
LitauischIndinis cinamonas, Indiški lauro lapai
Maithiliपत्रक
Patrak
Malayalamഇടനയില, കറുവപ്പട്ട ഇല
Itanayila, Karuvapatta-ilai
Manipuri (Meitei-Lon)তেজবতা
ꯇꯦꯖꯕꯇꯥ
Tejbata
Marathiतमाल पत्र
Tamal patra
Naga (Angami)Patta
Nepaliतेजपत्ता, शिसि
Tejpatta, Sisi
Newari
(Nepalbhasa)
तेज पत्ता
Tejpat
Oriyaତେଜପତ୍ର
Tejpatra
Punjabiਤੇਜਪਤਾ, ਤੇਜ਼ਪੱਤਾ
Tejpata, Tezpatta
RussischМалабарская корица
Malabarskaya koritsa
SanskritTejapatra, Tamalapatra
Tamilதாளிசபத்திரி, இலவங்கபத்திரி, பட்டை
Talishapattiri, Ilavangapattiri, Pattai
TeluguPatta akulu, Talisha
Thaiอบเชยต้น
Ob choey tan
UngarischIndiai babérlevél
Urduتیز پات
Tez pat
Cinnamomum tamala: Indische Lorbeer-blätter (Malabathrum, malobathrum)
Indische Lorbeerblätter
Cinnamomum tamala: Unreife Früchte von indonesischm Lorbeer
Unreife Früchte gelangen manchmal unter die verkauften Blätter
Verwendeter Pflanzenteil

Blätter. Die Rinde läßt sich als minder­wertiger Ersatz für Zimt oder Kassie ver­wenden.

Pflanzen­familie

Lauraceae (Lorbeer­gewächse).

Geruch und Geschmack

Stark aromatisch, ein bißchen an Zimt und Gewürznelken erinnernd.

Inhaltsstoffe

Im ätherischen Öl aus den Blättern wurden dominant Monoterpene gefunden: Linalool (ca. 50%), α-Pinen, p-Cymen, β-Pinen und Limonen (jeweils ca. 5 bis 10%). Phenylpropane stellen nur Spurenbestandteile dar: In einer neueren Arbeit wurde 1% Zimtaldehyd und kein Eugenol gefunden, während ältere Literatur von Eugenol in Spuren schreibt.

Herkunft

Der Baum wächst wild an den Südhängen des Himalaya.

Cinnamomum tamala: Blattwerk von Indischem Lorbeer
Indischer Lorbeer, Blattwerk
Etymologie         

Der Sanskrit-Name tamalapattra [तमालपत्त्र] bedeutet dunkles Blatt, auch wenn dieser Name nur schlecht motiviert scheint. Dieser Name wurde von griechischen Händlern übernommen und im Westen bekanntgemacht; sie verstanden den Namen allerdings irrtümlich als Pluralform mit Artikel (ta) malabathra [(τὰ) μαλαβάθρα] und konstruierten dazu eine Singular-Form (to) malabathron [(τὸ) μαλαβάθρον]. Dieser Name taucht in römischen Quellen als malabathrum oder auch malobathrum auf.

Viele der heutigen Sprachen Nordindiens benennen die indischen Lorbeerblätter mit Namen, die von diesem Sanskrit-Namen abstammen, z.B. Marathi tamal patra [तमाल पत्र]. Im Hindi und in einigen anderen nordindischen Sprachen heißt das Gewürz dagegen tejpatta [तेजपत्ता] starkschmeckendes Blatt. Die beste und aussagekräftigste Bezeichnung dieses Gewürzes ist wahrscheinlich das tamilische ilavangapattiri [இலவங்கபத்திரி] Zimtblatt.

Ausgewählte Links

The Periplus of the Erythraean Sea Malabathrum (bibliomania.com) Sorting Cinnamomum names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Wuerzmich.com: Zimtblätter


Cinnamomum tamala: Indischer Lorbeerzweig
Zweig vom indischen Lorbeer
Die indischen Lorbeer­blätter stammen von einem Baum, der nahe mit Zimt verwandt ist. Die derben Blätter mit den charak­teristischen drei parallelen Adern sind in Nordindien sehr beliebt, werden aber nirgendwo sonst verwendet – zumindest heutzutage. In der Antike waren sie wohlbekannt; im Rom hießen sie malobathrum (auch malabathrum), aber viele Rezepte bezeichnen sie oft einfach nur als folia Blätter (was manche Übersetzungen inkorrekt als Lorbeerblätter wiedergeben). Sie wurden in der Antike sowohl für die Parfumerie als auch zum Kochen verwendet; siehe auch Silphion über die Küche der alten Römer. Während des Mittelalters waren die indischen Lorbeerblätter ebenfalls noch in Europa erhältlich und wurden bis ins 16. Jahrhundert zum Bierbrauen gebraucht (siehe dazu auch Gagel), aber danach fielen sie der der Vielzahl neuer Gewürze zum Opfer, die nun erhältlich waren, und wurden schließlich vergessen.

Heute verwendet man indische Lorbeerblätter fast nur in den Küchen Nordindiens, vor allem in der berühmten Mogul-Küche, die an der kaiserlichen Höfen in Delhi und Agra entwickelt wurde und, entsprechend der Herkunft der Mogulkaiser, arabische und persische Elemente einführt. Dieser Kochstil versucht, die architektonische Raffinesse des Taj Mahal in der Kochkunst nachzubilden. Das Taj Mahal wurde ja ebenfalls unter den Mogulenkaisern errichtet.

Cinnamomum tamala: Indischer Lorbeerbaum
Indischer Lorbeer
Cinnamomum tamala: Indischer Lorbeer: Blüte
Indischer Lorbeer, Zweig mit Blüten

www.pioneerherbs.com

Die moguli­sche Küche macht in großem Umfang von aromatisch-süßen Gewürzen Gebrauch. Als die vier wichtigsten Gewürze für die köstliche Reis­spezialität biryani [बिरयानी] gelten außer den Lorbeer­blättern Zimt, Gewürz­nelken und grüner Cardamom. Weiters ist für die mogulische Küche, ganz im Gegenteil zu den sonstigen indischen Gepflogenheiten, Zurückhaltung bei Chilies typisch; weiters wird der sonst in Indien so beliebte Kreuzkümmel oft durch den verwandten aber anders schmeckenden schwarzen Kreuzkümmel ersetzt (siehe dort für mehr Information über mogulische Küche).

Indische Lorbeerblätter findet man außer in biryanis auch in den mogulischen kormas, für deren Zubereitung die nordindische Stadt Lucknow besonders bekannt ist; für ein korma schmort man Fleisch, manchmal auch Gemüse, lange und langsam in reichhaltigen, subtil gewürzten und mit geriebenen Mandeln angedickten Saucen, wobei oft versiegelte Töpfe eingesetzt werden, um Aromaverluste zu vermeiden. Auch die nordindische Gewürzmischung garam masala (siehe Kreuzkümmel) enthält oft indische Lorbeerblätter. Außer für diese Gewürzmischung werden sie immer ganz verwendet.

Indische Lorbeerblätter sind auch im Tarai, dem Flaschland im Süden von Nepal, sehr beliebt. ie Terai-Küche ist im wesentlichen eine mildere Version der nordindischen Küche, und indische Lorbeeerblätter sind eine Schlüsselzutatat für die vielen Gem¨securries dieser Region, besonders der Umgebung von Janakpur (Mithila). Ich fand die größten Mengen davon in Kartoffelcurries.

Da Indische Lorbeerblätter im Westen vor der Jahrtausendwende kaum erhältlich waren, schlagen die meisten Bücher (vor allem ätere) die Verwendung der südeuropäischen Lorbeerblätter als Ersatz vor. Diese sehen zwar ähnlich aus, aber die Aromen sind einander nicht besonders ähnlich. Besser geeignet (wenngleich im Westen kaum leichter zu bekommen) sind Blätter von Zimt oder auch Cardamom. Ansonsten kann man sein Glück auch mit den südamerikanischen Boldoblättern versuchen, die zwar anders, aber dafür kräftig schmecken. Ebenfalls ganz gut geeignet ist ein simples Stück Zimtrinde oder eine Pimentbeere.



Unicode Encoded Mit dem WDG validator validieren Mit dem Validome Validator validieren

Top   Pflanzenteil   Familie   Aroma   Chemie   Herkunft   Etymologie   Diskussion   Bottom