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| Kren (blühende Pflanze) |
Meerrettichbekannt, ist vor allem in Mittel- und Nordeuropa beliebt. Zumeist wird die frisch geriebene Wurzel zu Schinken oder gekochtem bzw. gebratenem Fleisch (z.B. zu englischem roastbeef) serviert; in meiner Heimat Österreich ist Schinken mit Kren ein traditionelles Osteressen. Da das Aroma so flüchtig und wenig haltbar ist, muß der tränentreibende Prozeß des Reibens mehrmals während des Essens wiederholt werden. Eingelegter Kren ist zwar kommerziell erhältlich, aber echte Krenliebhaber wissen, daß er der frischen Wurzel bei weitem unterlegen ist, allerdings natürlich auch bequemer.
Das stechende Allylisothiocyanat ist nicht hitzebeständig; daher verwendet man den Kren nur selten für warme Gerichte, und wenn, dann fügt man ihn diesen kurz vor dem Servieren zu. Sogar in kaltem Wasser hält sich Allylisothiocyanat nur einige Minuten; allerdings ist die Hydrolyse (Zerstörung durch Wasser) in saurem Milieu wesentlich langsamer.
In Österreich wird frisch geriebener (oder eingelegter) Kren oft mit geriebenen Äpfeln gemischt (saure Sorten sind dabei vorzuziehen; notfalls hilft man sich mit etwas Zitronensaft) und als pikante Beilage zu gebratenem oder gekochtem Fleisch serviert, besonders bei kalten Buffets. Diese Mischung (Apfelkren) ist im Kühlschrank einen Tag haltbar, ohne ihre Schärfe merklich zu verlieren. Um die Dunkelfärbung des Apfelbreis bei längerem Stehen (enzymatische Oxidation phenolischer Verbindungen durch Luftsauerstoff) zu vermeiden, kann man die grob geschnittenen Äpfel auch kurz dämpfen und pürieren, bevor man den Kren zusetzt.
Für einen Vergleich verschiedener scharfer Gewürze siehe Mohrenpfeffer.


