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Schwarzer Cardamom, Pflanzen in einem nepalischen Hausgarten
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Schwarzer Cardamom, Pflanzen am Naturstandort in Sikkim
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Einzelne reifende Kapsel
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Gruppe von Samenkapseln
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Der schwarze Cardamom wird in den meisten Büchern als
minderwertiger Ersatz für
grünen
Cardamom bezeichnet, aber das stimmt einfach nicht. In Indien hat
schwarzer Cardamom seinen eigenen Anwendungsbereich, und obwohl grüner
und schwarzer Cardamom manchmal einander ersetzen können, zieht man die
schwarze Art für würzige und deftige Speisen, besonders bei
Gemüse, vor, während der grüne Cardamom in der kaiserlichen
(mogulischen) Kochkunst mit ihren raffinierten und subtilen Mischungen von
Düften besonders geschätzt wird.
Schwarzer Cardamom wird in relativ großzügigen Mengen von bis zu
einigen wenigen Kapseln pro Portion eingesetzt. Sein rauchiger Geruch ist dabei
in der fertigen Speise kaum noch wahrzunehmen, doch verbessert und
verstärkt er den Geschmack der anderen Zutaten, ohne selbst zu dominieren.
Es empfiehlt sich, die Kapseln vor Gebrauch etwas zu zerstoßen, aber
nicht so stark, daß die Samen freigesetzt werden. Sie können vor dem
Servieren entfernt werden (ich tue es allerdings nicht); warnen Sie andernfalls
Ihre Gäste vor dunklen, holzigen und, hmm, stark schmeckenden Objekten in
der Sauce.
Schwarzer Cardamom gehört zu den Gewürzen, die erst bei längerem
Stehen ihren vollen Geschmack entfalten. Ähnlich verhalten sich auch
andere ungemahlene Gewürze, etwa grüner
Cardamom, Zimt und Nelken (siehe auch Zwiebel). Da die nordindische Küche diese
Gewürze fast immer ungemahlen verwendet, ist es oft von Vorteil,
nordindische Schmorgerichte (korma) einige Stunden oder auch
einen Tag im voraus zu kochen.
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Jede Frucht trägt bis zur Reife die vertrocknete Blütenröhre
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Es gibt einige verschiedene Arten von schwarzem Cardamom, deren
Kapselgrößen zwischen 2 cm (A. subulatum, Nepal bis
Nordvietnam) und mehr als 5 cm (A. tsao-ko, China) schwanken,
aber die Unterschiede im Geschmack sind nicht groß. Allerdings ist nur
der nepalische Cardamom geräuchert. Außer in Nordindien und Nepal
sind die schwarzen Cardamomen nicht sehr bekannt, doch haben sie einige
Bedeutung in Zentral- und Südchina. Beispielsweise treten die gemahlenen
Samen als optionaler Bestandteil des Fünf-Gewürze-Pulvers auf
(siehe Sternanis).
In der bergigen Sichuan-Provinz Zentralchinas verwendet man schwarzen Cardamom
oft für langsam geschmorte Fleischspeisen, zusammen mit anderen
getrockneten Gewürzen. Schmortöpfe, besonders mit Rindfleisch, sind
eine typische Spezialität Sichuans (siehe
Sichuanpfeffer für ein Beispiel); in anderen
chinesischen Regionalküchen findet man sie dagegen seltener. Die
Bezeichnung xiang liao [香料] aromatische Körner
steht
für solche Mischungen verschiedener getrockneter Gewürze, die je nach
Rezept verschieden zusammengesetzt sind. Ein typisches
xiang liao besteht aus
chinesischem Zimt,
Sichuanpfeffer,
schwarzem Cardamom, Sternanis und
kleinem Galgant; weniger häufig kommen noch
großer Galgant,
Gewürznelken,
Muskatnuß und
Süßholz dazu.
Siehe auch chinesischer Zimt über eine andere
chinesische Kochtechnik, bei der getrocknete Gewürze zum Einsatz
kommen, nämlich die master sauce.