ForschungsschwerpunkteFlyer Forschungsschwerpunkte (PDF, 2,72 MB)
Die Universität Graz verfolgt die Strategie, ihr Potenzial durch Kooperationen mit den anderen Hochschulen am Standort zu optimieren und sich durch die Bündelung von Ressourcen und Fähigkeiten ergebende Synergien zu nutzen. In der Forschung wird das Ziel verfolgt, in den gemeinsamen Forschungsfeldern – insbesondere mit der TU Graz und der Medizinischen Universität – eine „Critical Mass“ zu erreichen. Für den Wissenschaftsstandort Graz sind die bereits etablierte interuniversitäre NAWI Graz Kooperation und die im Aufbau befindliche BIOTECHMED-Zusammenarbeit von besonderer Bedeutung. Einen wichtigen Aspekt stellen hierbei abgestimmte standortbezogene Forschungsschwerpunkte der beteiligten Universitäten dar. Modelle und Simulation Mathematische Modellbildung und computergestützte Simulationen sind zu unverzichtbaren Forschungsmethoden in vielen Wissenschaftszweigen geworden. Innovative Modelle führen zu Problemlösungen, die mit traditionellen Methoden nicht bearbeitet werden können. Die Uni Graz kooperiert hierbei interuniversitär und international. Im Forschungsschwerpunkt „Modelle und Simulation“ liegt der Fokus auf der Entwicklung innovativer Möglichkeiten, komplexe Frage- und Problemstellungen auf neuem Wege zu lösen. Die beteiligten WissenschafterInnen an der Karl-Franzens-Universität Graz und ihre KooperationspartnerInnen spezialisieren sich auf statistische und stochastische Methoden, Optimierungsprobleme, Parameterbestimmung, Experimentdesign und Hochleistungs-Computing. Die im Forschungsschwerpunkt vertretenen Gruppen arbeiten hierbei erfolgreich in einem oder mehreren dieser Themen mit regionalen und internationalen PartnerInnen zusammen. Seitens der Universität Graz sind derzeit 18 Arbeitsgruppen aus insgesamt 15 Instituten und Zentren an drei Fakultäten an diesem Forschungsschwerpunkt beteiligt. Sie kooperieren eng mit Gruppen an der Technischen Universität und an der Medizinischen Universität Graz, deren Spezialisierungen sich mit den vorhandenen Kompetenzen ergänzen. Die bestehende Vernetzung mit führenden Forschungsgruppen auf internationaler Ebene sichert die Konkurrenzfähigkeit der Forschung in diesem Schwerpunkt. Sprecher: Univ.-Prof. Dr. Reinhard Alkofer Molekulare Enzymologie und Physiologie Im Zentrum der Forschungen des Schwerpunkts „Molekulare Enzymologie und Physiologie“ stehen die Aufklärung der molekularen Mechanismen des Energie- und Fettstoffwechsels, die Untersuchung neurodegenerativer Erkrankungen im Rahmen der Alterungsforschung sowie die molekulare Bakteriologie und Infektionsbiologie. ForscherInnen aus dem Schwerpunkt „Molekulare Enzymologie und Physiologie“ koordinieren international attraktive Großforschungsprojekte und Graduiertenausbildungsprogramme, darunter den vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten Spezialforschungsbereich LIPOTOX, das Projekt GOLD im österreichischen Genomforschungsprogramm GEN-AU und das FWF-Doktoratskolleg „Molekulare Enzymologie“. Darüber hinaus sind viele WissenschafterInnen an nationalen Forschungsnetzwerken, dem FWF-Doktoratskolleg „Metabolic and Cardiovascular Disease“, dem Austrian Centre of Industrial Biotechnology (ACIB) und an Projekten des 7. EU-Rahmenprogramms beteiligt. Publikationen in hochrangigen Journalen wie Science, Nature, Molecular Cell und Cell Metabolism belegen die exzellenten wissenschaftlichen Leistungen. Eine prominente Rolle spielen die Enzymologie und Physiologie auch innerhalb von NAWI Graz, der strategischen Kooperation der Karl-Franzens-Universität und der TU Graz in den Naturwissenschaften. Die Einrichtung des Forschungsschwerpunktes „Molekulare Enzymologie und Physiologie“ ist somit die konsequente Weiterentwicklung des erfolgreichen Wissenschaftszweigs, der mit dem 2007 fertig gestellten Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) eine hochmoderne Forschungsstätte bekommen hat. Sprecherin: Ao. Univ.-Prof. Dr. Ellen Zechner Gehirn und Verhalten Der Forschungsschwerpunkt „Gehirn und Verhalten“ zeichnet sich durch die Kombination von empirisch-verhaltenswissenschaftlichen und neurowissenschaftlichen Methoden aus. Neue Technologien der Gehirnforschung werden mit innovativen Simulationseinrichtungen und behavioralen Mess- und Beobachtungsverfahren kombiniert, um grundlagen- und anwendungsbezogene Fragen zu untersuchen. Besondere inhaltliche Schwerpunkte sind neben der Erforschung von allgemeinen kognitiven und affektiven Gehirnprozessen praktisch bedeutsame Fragestellungen, wie etwa nach den Grundlagen der Leistungsoptimierung. Dazu zählen unter anderem die Themenbereiche Lernen und Neuroplastizität, Schulleistungsstörungen, Emotionsregulation und Human (Peak-)Performance. Im Mittelpunkt der Forschungsfelder Diagnostik und Gehirnfunktionen, Genetik, Intelligenz und Persönlichkeit steht die Frage nach individuellen Unterschieden zwischen Menschen. Über 20 Forschungsgruppen aus verschiedenen Instituten der Karl-Franzens-Universität, der Medizinischen Universität Graz und der TU Graz arbeiten im Schwerpunkt „Gehirn und Verhalten“ produktiv in einem offenen Netzwerk zusammen. Sie vereinen damit ein breites Spektrum an Methoden, das von der Pharmazie und Genetik über die Untersuchung der morphologischen und funktionellen Struktur des Gehirns bis hin zu übergreifenden Fragen nach der menschlichen Natur reicht. Arbeitsgruppen aller drei Universitäten finden mit ihren Forschungen in den Neurowissenschaften seit Jahren international Beachtung. Mit der Gründung des interuniversitären Schwerpunkts „Gehirn und Verhalten“ wurden die einzelnen Aktivitäten und Kompetenzen gebündelt, um die vorhandene Expertise weiter auszubauen. SprecherInnen: Univ.-Prof. DDr. Elisabeth Weiss, Univ.-Prof. Dipl.-Psych. Dr. Anja Ischebeck, Priv.-Doz. Mag. Dr. Andreas Fink Umwelt und Globaler Wandel Im Fokus stehen die Erforschung und Überwachung des Klima- und Umweltwandels und seiner Auswirkungen, die Analyse der Rolle des Menschen sowie das Aufzeigen von Wegen zu nachhaltiger regionaler Entwicklung und Innovation. Primäre Schwerpunktregion ist Österreich, eingebettet in europäisch und global orientierte Forschung. Der interuniversitäre Schwerpunkt „Umwelt und Globaler Wandel“ führt am Standort Graz über 20 Forschungsgruppen aus Klima- und Umweltphysik, Meteorologie, Umweltchemie, Hydrogeologie, Umweltbiologie, Umweltökonomik und Soziologie, Geographie und Regionalforschung, Systemwissenschaften und Nachhaltigkeitsforschung, Umweltethik und Umweltrecht zusammen. Die wissenschaftlichen Arbeiten und Projekte konzentrieren sich auf vier Forschungsfelder: GlobEOS befasst sich mit der globalen Erdbeobachtung und Erdverantwortung im Klima- und Umweltwandel. RegIMOS widmet sich der regionalen integrierten Modellierung sowie Studien zum Klima- und Umweltwandel. GreenPROTEC beschäftigt sich mit Prozessen und Technologien zur Bewältigung des Klima- und Umweltwandels. RegiKNOWS umfasst Forschung zu Regionen im Wandel und Wissenstransfer für Nachhaltige Entwicklung. An der Universität Graz wurden bereits 2005 mit der Gründung des Wegener Zentrums für Klima und Globalen Wandel Kompetenzen gebündelt. Die Arbeitsgruppen des Schwerpunkts sind in zahlreichen Projekten an internationaler Spitzenforschung beteiligt und können auf Publikationen in hochrangigen Fachjournalen verweisen. SprecherInnen: Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Karl Steininger
Durch universitäre Forschungsschwerpunkte können Stärkefelder der Universität fakultätsübergreifend zusammengefasst werden. Damit wird eine engere Kooperation – insbesondere auch der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften – gefördert. Die Universität Graz ist bestrebt, bestehende fakultäre bzw. disziplinäre Schwerpunkte mit hoher gesellschaftlicher Relevanz in universitären Forschungsschwerpunkten zu bündeln. Die bisherigen Aktivitäten lassen ein großes Potenzial in folgenden drei Themenbereichen erkennen: Heterogenität und Kohäsion Im Fokus steht die Frage, wie sich der Zusammenhalt von sozialen Gruppen vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Vielfalt gestaltet. Durch die fortschreitende Fragmentierung und Individualisierung der Lebensverhältnisse wird das Problem gesellschaftlicher Kohäsion besonders akut. Es gilt einerseits, die Unterschiedlichkeit der Gesellschaften in all ihren Facetten detailliert zu beschreiben und zu erforschen. Hierzu gehört etwa die Sprachenvielfalt in einer Region ebenso wie die religiöse oder kulturelle Bandbreite. Thematisiert wird die Frage, wie es dazu kommt – etwa durch Migrations- und Integrationsprozesse –, aber auch, wie sich diese Diversität auf den Alltag von Gesellschaften und Individuen auswirkt. Andererseits wird die Frage, unter welchen Bedingungen soziale Kohäsion entstehen und wie sie gestaltet werden kann, bearbeitet. Hierzu gehören klassische sozialtheoretische Fragen, aber auch (völker-)rechtliche Aspekte. Sozial- und wirtschaftspolitische Blickwinkel spielen hierbei ebenso eine Rolle, etwa die Regulierungsfunktion von Märkten oder die Frage der Verteilung öffentlicher Güter, aber auch Aspekte der Geschlechter- und Generationengerechtigkeit sowie die Analyse von religiösen und weltanschaulichen Formen der Identitäts- und Gemeinschaftsstiftung. Der Schwerpunkt kann auf eine Vielzahl an Einzelforschungen und Projekten aufbauen und hat sich zum Ziel gesetzt, darüber hinaus neue Formen der Kooperation und Zusammenarbeit zu initiieren. Sprecherin: Ao. Univ-Prof. Mag. Dr. Katharina Scherke Link: Moodle-Plattform Kultur- und Deutungsgeschichte Europas In diesem Schwerpunkt werden Forschungen aus verschiedenen Fakultäten der Universität Graz, die sich im weitesten Sinne mit der spezifischen Kulturalität Europas befassen, gebündelt. Die Besonderheiten dieser historisch gewachsenen, aber uneindeutigen Kulturalität gründen einerseits in ihrer Offenheit, Flexibilität und Dynamik, andererseits in ihrem Bestreben, sich partiell abzugrenzen gegen alles, was als nicht-europäisch wahrgenommen wird. Europa bildet in diesem Zusammenhang nicht nur einen geographisch, politisch oder wirtschaftlich (wenngleich nur schwer) zu definierenden Raum, sondern auch eine Diskursfigur, an die implizit wie explizit Fragen nach der Ausprägung und dem Anspruch unterschiedlichster Identitäten – auch außerhalb Europas – geknüpft sind. Um die diesbezüglichen Konstellationen synchron und diachron zu erfassen, werden im Rahmen dieses Schwerpunkts die komplexen materiellen, visuellen, schriftlichen und performativen Ausdrucksformen aus den Bereichen Religion, Recht, Wissen und Bildung, Kunst und Literatur sowie in der Alltagspraxis und in lebensweltlichen Gefügen interdisziplinär erforscht – und dies unter besonderer Berücksichtigung der wechselnden Spannungsverhältnisse von lokalen, regionalen, nationalen und supranationalen Gegebenheiten. Nicht zuletzt ist eine wissenschaftliche Annäherung an Europa – abseits der Untersuchungen des mythologischen, metaphorischen und diskursiven Potentials dieses Raums – aber notwendigerweise auch an die Auseinandersetzung mit seiner politischen Macht- und Gewaltgeschichte geknüpft. Im Rahmen der vielen an dem Forschungsschwerpunkt beteiligten und zum Teil Drittmittel-finanzierten Einzelprojekte und Aktivitäten von Forschungsgruppen finden auch regelmäßig Vorträge, Tagungen, Workshops und Forschungskolloquien statt, die öffentlich zugänglich sind. Die Nachwuchsförderung zeigt sich durch die verstärkte Einbindung von DissertantInnen und Postdocs. Der Forschungsschwerpunkt "Kultur- und Deutungsgeschichte Europas" ist in methodisch und thematisch übergreifende Forschungsbereiche gegliedert:
SprecherInnen: Dr. Petra Ernst-Kühr, Univ.-Prof. Dr. Stephan Moebius Link: Website Lernen – Bildung – Wissen Die schnelle Entwicklung verfügbarer Informationen und der Einfluss des Arbeitsmarktes auf die Bildungspolitik werfen die Frage nach dem Stellenwert von Lernen und Bildung in der Gesellschaft auf. Der Forschungsschwerpunkt setzt sich mit Wissen sowie mit der orientierenden und wegweisenden Funktion von Bildung auseinander. Der Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit den zukunftsträchtigen Themen „Lernen“ und „Bildung“ sowie mit dem Einsatz und Transfer von Wissen in einer Gesellschaft. Der Schwerpunkt verbindet verschiedene Fachgebiete wie etwa Pädagogik, Religionspädagogik, Psychologie, Wirtschaftspädagogik und verschiedene Fachdidaktiken an der Karl-Franzens-Universität Graz miteinander. Im Fokus steht einerseits die effektive Nutzung gemeinsamer Synergien aller beteiligten Fachbereiche und andererseits die interdisziplinäre Kooperation zwischen den einzelnen Disziplinen. „Lernen – Bildung – Wissen“ setzt bei unterschiedlichen Fragestellungen an und versteht sich gleichsam als Initiator für die Vernetzung und Kommunikation über die Grenzen der einzelnen Fachdisziplinen hinweg. Aktuelle Themengebiete dieses umfangreichen und interdisziplinären Forschungsschwerpunkts sind derzeit: Kompetenzen und Kompetenzentwicklung Forschungsnetzwerk Fachdidaktik Lernweltforschung Hochschuldidaktik SprecherInnen: Univ.-Prof. Mag. Dr. Michaela Stock, Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Weirer Link: Moodle-Plattform |

